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Wählen oder selbst zur Wahl antreten, um sich für seine Überzeugungen einzusetzen, beides scheint heutzutage ein selbstverständliches Recht zu sein.

In Luxemburg dürfen alle Männer und alle Frauen, die die Luxemburger Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens 18 Jahre alt sind, ihre Stimme bei der Wahl der Abgeordnetenkammer abgeben. Ausländer können unter bestimmten Voraussetzungen zwar nicht auf nationaler, jedoch auf kommunaler und europäischer Ebene wählen.

Dies war nicht immer so, denn der Gang zur Urne war lange ein Vorrecht der reichsten Bürger Luxemburgs.

Erst am 8. Mai 1919 führte die Abgeordnetenkammer das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen ein, womit die dahin geltende Zensuswahl abgeschafft wurde. Dieses System hatte es nur Männern im Alter von mindestens 25 Jahren, die gewisse Finanzmittel anhand ihrer Steuerlast nachweisen konnten, erlaubt zu wählen oder zu kandidieren. Der Zensus und das Geschlecht spielten fortan keine Rolle mehr, das Wahlalter wurde erst auf 21, später auf 18 Jahre herabgesetzt.

Eine bedeutende
Ausstellung

Das Nationalmuseum für Geschichte und Kunst (MNHA) und die Abgeordnetenkammer organisieren gemeinsam die Ausstellung „#wielewatmirsinn – 100 Jahre allgemeines Wahlrecht in Luxemburg“. Vom 27. September 2019 bis zum 6. September 2020 lädt das MNHA ein, auf mehr als 650 m2 Ausstellungsfläche die Geschichte des Wahlrechts in Luxemburg von der Französischen Revolution bis heute zu entdecken. Mehrere hundert Zeitzeugnisse, größtenteils unveröffentlichte Dokumente, sowie Bild- und Filmarchivalien beleuchten die Herausforderungen bei der Einführung des allgemeinen Wahlrechts, welches seit 1919 das Fundament unserer Demokratie bildet.

Ein interessantes
Begleitprogramm

Von September 2019 bis September 2020 bieten das MNHA und die Abgeordnetenkammer ein umfang- und abwechslungsreiches Programm an, mit Vorträge, Führungen, Theaterführungen, Filmvorführungen u. v. m. zum Thema des allgemeinen Wahlrechts. Während eines ganzen Jahres möchten wir mit Ihnen zusammen diese demokratische Errungenschaft feiern, nicht ohne auch einen kritischen Blick auf die schwierigen Aspekte des aktuellen Wahlsystems zu werfen.